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Sportbuzzer: Marlene Haberecht ist die neue „Heldin der Woche“

Marlene Haberecht ist die neue „Heldin der Woche“

Die Spielerin des FC Phoenix brauchte am Wochenende 17 Minuten für einen lupenreinen Hattrick und setzte sich beim SPORTBUZZER-Voting deutlich gegen die Konkurrenz durch.

Marlene Haberecht – Mama, Fußballerin und Torschützenkönigin der Landesklasse Nord. Nicht nur in der Liga diejenige mit dem besten Riecher, sondern sogar deutschlandweit war sie in der Saison 2017/18 mit 74 Toren ligaübergreifend die effektivste Stürmerin, verhalf ihrer Mannschaft zum Aufstieg. Auch in der laufenden Spielzeit läuft es bestens. Acht Tore in drei Landesliga-Partien hat Haberecht bereits auf dem Konto, drei davon erzielte sie am vergangenen Wochenende im Spiel gegen die SG Jößnitz, und zwar innerhalb von 17 Minuten. Die SPORTBUZZER-Nutzer hat das überzeugt. Sie wählten die Kickerin zur „Heldin der Woche“ in der Region Leipzig.

Das Abstimmungsergebnis im Detail:

Marlene Haberecht (FC Phoenix Leipzig) – 42,6%

Dennis Poppe (FSV Glesien) – 21,5%

Sascha Tom (FC Blau-Weiß Leipzig (U14)) – 19%

Eric Becker (SV West 03) – 16,9%

„Als Stürmer musst du deine Tore machen“, sagt die 28-Jährige vom FC Phoenix Leipzig. Vor eineinhalb Jahren hat Marlene Haberecht mit anderen Fußballerinnen den Verein ins Leben gerufen. Gemäß Regelwerk ging es im Sommer 2017 in der Landesklasse los. Das Ziel ist klar – die Regionalliga. Viele ihrer Mannschafts-Kolleginnen kommen, wie sie selbst, aus höheren Ligen. Größter sportlicher Erfolg war für Marlene Haberecht bisher der Bundesliga-Aufstieg im Sommer 2011 mit dem 1. FC Lok.

Die Kombination aus Erfahrung, ihrer explosiven Schnelligkeit und Trainern aus den vergangenen Jahren, „die mental den Nerv getroffen haben,“ machen Marlene Haberecht so abgezockt. „Die Tormaschine“ wird sie auf der vereinseigenen Facebook-Seite genannt. Dabei kann die Stürmerin es gar nicht leiden, auf ihre Treffer angesprochen zu werden, da stehe ein ganzes Team dahinter. „Ohne die anderen schieße ich die Tore nicht!“

Bundesliga-Erfahrung mit Lok

74 Treffer in einer Saison, damit schießt Marlene Haberecht ihre Mannschaft deutschlandweit auf Platz eins. Und das, obwohl der Weg der 28-jährigen Fußballerin mehr einer Zick-Zack-Linie gleicht, als einer Geraden. Angefangen hat es 1995 in einer Jungen-Mannschaft bei Lipsia Eutritzsch. Zu den Mädchen ging es in der C-Jugend beim Post SV Leipzig.

Mit dem damals neu gegründeten LFC gelang 2008 der Aufstieg in die Landesliga. Darauf folgten drei Jahre bei Lok in Probstheida und damit die Bundesliga-Erfahrung. Als der Frauen-Bereich dort ausgegliedert wurde, kamen die meisten Spielerinnen beim FFV unter, der zu diesem Zeitpunkt neu entstand. Nach dem Winter 2017 fand aber auch dort der Spielbetrieb seinen Endpunkt. Deshalb bemühten sich einige Spielerinnen mit Hilfe von Eltern, Freunden und Partnern um eine neue sportliche Heimat – der FC Phoenix Leipzig wurde gegründet.

Vorn mit dabei: Marlene Haberecht und ihr Mann Erik, mit dem sie einen vierjährigen Sohn hat. Auch das ein Umstand, der das Trainieren und Spielen nicht leichter macht. Für sie aber kein Grund kürzer zu treten: „Dadurch, dass Erik immer mit im Verein ist, ist das heute sehr gut machbar. Ich finde es schön, dass mein Sohn ein Bolzplatz-Kind ist.“ Seither ging es bergauf: In der Landesklasse konnten ungefährdet alle Spiele gewonnen und gleichzeitig ein Torrekord aufgestellt werden (264:7 Treffer).

„Solange mich meine Knochen tragen!“

Diese Saison treten die Phoenix-Frauen in der Landesliga Sachsen an. Gleich in der ersten Liga-Partie legte die Fußballer-Mama wieder einmal vor: Der FC Phoenix Leipzig gewann 4:0 gegen die Frauen von MoGoNo – alle vier Tore steuerte die junge Mama bei. Am zweiten Spieltag gab es allerdings den ersten Dämpfer: Gegen Westsachsen Zwickau reichte es nur zu einem 2:2. Es folgte das 12:0 gegen Jößnitz. Aus Aufsteiger führen die Messestädterinnen die Tabelle an. „Ich bin optimistisch, dass wir das packen. Aber wir müssen von Spiel zu Spiel denken. Die Landesliga ist was Neues für uns“, sagt Marlene Haberecht

Beim Pokal-Spiel jüngst in Glauchau (10:1) musste sie von draußen zugucken. Vom Halbfinale gegen RB Leipzig in der vergangenen Spielzeit war sie noch wegen einer roten Karte gesperrt. In der nächsten Runde ist „die Tormaschine“ aber wieder dabei. Wie lange sie noch Fußball spielen will? „Solange mich meine Knochen tragen!“

LVZ Redaktion: Sportbuzzer (19.09.2018)